Leserbriefe




Leserbrief, weitergeleitet an die Schorndorfer Nachrichten am 10.07.2010.
Ein Freibad ist eine städtische Dienstleistung und kein Wirtschaftsunternehmen.
Landauf landab engagieren sich Fördervereine für den Erhalt ihrer
örtlichen Freibäder und senken durch Eigenleistungen die Betriebskosten
der Kommune. Trotzdem wird den kleinen Bädern ständig mit Schließung
gedroht.
Das Schorndorfer Rathaus bittet schon in der Planungsphase die Wassersportvereine
die fehlenden Stellen für Schwimmhilfen zu ersetzen. Beraterhonorare
für Planer- und Sachverständige fließen und am Ende darf
der Gemeinderat über eine einzige Variante abstimmen:
Das Bauvorhaben wird aus der kommunalen Verantwortung an die Stadtwerke
Schorndorf GmbH übergeben, die 25 Jahre lang - neben zusätzlichen
Folgekosten - nur für Zins und Tilgung ca. 2.000 € pro Badetag
von den Besuchern kassieren will .
Und wer interessiert sich für die Ziegelei, für die Qualitäten
die dieses Freibad hat? Wer interessiert sich für die Menschen, die
mit dieser Ziegelei seit Jahrzehnten glücklich leben.
Dieses millionenschwere Bauprojekt „OskarFrechSeeBad“ wird wieder
einmal mit einer Schnelligkeit, Arroganz und Maßlosigkeit durchgezogen,
dass ich als Schorndorfer Bürgerin wütend werde.
Wo ist die Zukunftsfähigkeit dieser Planung? Wo findet hier lokale
Bürgerbeteiligung statt? Wo ist die
beim Bau des Hallenbades versprochene Renaturierung und Nachpflanzung eines
Schilfgürtels? Kann es vielleicht sein, dass er den Seeblick der Sauna-
und Hallenbadbesucher stören würde. Den Naturbadbesuchern würde
ein grüner Sichtschutz gefallen.
Wir wollen kein „Eldorado des Rems-Murr-Kreises“ (Oberbürgermeister
Matthias Klopfer)! Wir wollen kein „auf den Standard des Oskar-Frech-Seebads
angehobenes Ziegelei SeeBad, das als Premiumprodukt von Herrn Andreas Seufer
präsentiert und vermarktet werden kann.“
Wir wollen unsere „Ziegelei“ wiedererkennen in den Plänen.
Wir wissen, was wir wollen.
Hier sind ihre Ideen gefragt: www.ziegeleisee.de
Lisa Kober, Hauffstraße 28, Schorndorf